Aus dem Nähkästchen: Wie wir unsere eigene Krise bewältigen

Wir halten uns selbst an das, was wir schreiben. Das hat schon mehrfach geholfen, unter anderem uns selbst, als 2008/2009 in der Weltfinanzkrise der gesamte Weiterbildungsbereich komplett eingebrochen ist. In einer Zeit, in der wir rund 70 Prozent des Umsatzes mit Projektmanagement-Weiterbildung gemacht hatten, waren die Auswirkungen massiv.

Am Ende des Jahres hatten wir dann wieder nahezu das Umsatzniveau des Vorjahres erreicht – in einem ganz anderen Leistungssegment. Mit systematischer Arbeit und einer guten Portion unternehmerischer Kreativität ist es uns gelungen, die Situation zu drehen. Da wir bereits öfter für Krisenbewältigung engagiert worden waren, konnten wir glücklicherweise auf unsere Erfahrung und damit ein Muster zurückgreifen, das uns und unseren Kunden schon mehrfach geholfen hat und uns heuer wieder nützt.

Dotcom und Weltfinanzkrise als Erfahrungshintergrund

Und letztlich hatten wir selbst schon die Dotcom-Krise überwunden, wobei die für uns nicht annähernd so heftig war, wie die aktuellen Auswirkungen oder die in 2008.

In der Krisenbewältigung setzen wir vor allem einen Schwerpunkt anders, als es andere Ratgeber empfehlen: Wir sind überzeugt davon, dass Unternehmenskrisen auf der Marktseite bestanden werden. Kosten zu senken ist wichtig, doch am Ende zählen die Einnahmen. Es ist ein „sowohl als auch“ um das es geht.

Der Aspekt der Einnahmenseite kommt, erstaunlicherweise, in der Krisenbewältigung oft zu kurz, womit Unternehmen auf den Aufschwung spekulieren. Diesmal birgt diese Strategie des Abwartens und Hoffens ein noch größeres Risiko als 2008/2009, denn aktuell ändern sich weltweit die Bedarfe, teilweise radikal, und damit auch das Kaufverhalten der Kunden. Das gilt für Konsumentenmärkte genauso, wie für Business-to-Business-Geschäfte. Wir schließen uns den Trendforschern an und wagen die Prognose, dass viele dieser Veränderungen Bestand haben werden. Gerade in Sachen Digitalisierung hören wir immer wieder, dass Unternehmenslenker das starke Interesse haben, die positiven Aspekte der aktuellen Lage über die Krise hinaus zu sichern, etwa die Reduzierung des „Reisezirkus“.

Wir beobachten die sichtbaren Entwicklungen und erarbeiten daraus im Austausch mit Unternehmern, Kollegen, Kunden Szenarien, die uns helfen, zukünftige Entwicklungspfade ab- und einzuschätzen, Trends zu erkennen, Marktchancen zu identifizieren. Unsere Prognose: in sehr vielen Bereichen werden wir nicht mehr in das bisherige Normal zurückspringen, weshalb die massiv verlieren werden, die sich auf der Marktseite nicht anpassen.

Da sind offensichtliche Dinge, wie die Tatsache, dass sich die Wertschöpfungsketten für Medizin- und Hygieneprodukte ändern werden, mehr auf Resilienz gesetzt werden wird. Es scheint so, dass man sogar bereit sein wird, dafür auf Effizienz in Teilen zu verzichten.

Und es gibt weniger offensichtliche Änderungen, die durch innovative Unternehmen vorangetrieben werden, die aktuell in anderen Marktsegmenten „wildern“, weil die Anbieter dort in Abwarteposition sind. Eine solche Abwartehaltung beobachten wir etwa bei den Medienhäusern, die – von außen betrachtet – scheinbar darauf spekulieren, dass die Anzeigenkunden zurückkommen. Gerade in diesen Bereichen raten wir zu einer anderen Strategie.

Vor allem Weiterbildung betroffen, Projektunterstützung im Aufwind

Entsprechend dem, was wir im Buch „Unternehmenskrisen meistern“ empfehlen, haben wir unser eigenes Raus-aus-der-Krise-Programm gestartet. Gerade der Weiterbildungsbereich hat deutliche Einschläge zu verzeichnen. Präsenztrainings wurden kurzfristig alle abgesagt. Unnötigerweise, wie wir finden, denn Lernen hat nicht zwingend etwas mit „vor Ort sein“ zu tun. Lernen passiert beim Lernenden. Beim Lernenden entsteht die Erkenntnis. Ob ein Trainer vor Ort ist oder nicht, das ist dafür unerheblich.

Ja, das bedeutet eine Umstellung. Da müssen wir als Trainer das didaktische Konzept anpassen, uns neu sortieren. Aber genau das ist unser Job. Wie es auch unser Job ist, mit Hilfe zu Tools und Organisation zur Seite zu stehen. Am Ende wollen wir doch erreichen, dass beim Lernenden neues Know-how entsteht, das in die Anwendung kommt und so Nutzen stiftet. Und mal ehrlich: das geht über die Distanz so einige Male besser, als man denkt. Oder? Nicht für jeden Zweck, klar, doch für sehr viele Anwendungsfälle.

Dieses Know-how zu bündeln, ist ein Teil dessen, wie wir auf die Krise reagieren. Wir sehen einen Bedarf darin, nun andere Formen des Lernens aufzubauen: eLearning, Blended Learning, kurze Weiterbildungshäppchen, Online-Trainings. Das erfordert neben didaktischen auch organisatorische Änderungen, Anpassungen in der IT, Know-how-Aufbau bei den Lehrenden.

Wir selbst haben alle unsere Weiterbildungsbausteine auf „Online“ umgebaut, so dass wir ausnahmslose alle Lernfelder mit Online-Formaten bedienen können. Ein bisschen stolz macht uns das schon. Wobei es uns hilft, dass wir schon seit Jahren in den Startlöchern stehen, um mehr Weiterbildung online anbieten zu können.

Wenn Sie ebenfalls an der Umstellung der Weiterbildung auf „Online“ arbeiten, laden wir Sie herzlich zu einem Austausch mit Marina Schmid ein. Sie kann zu vielen Fragestellungen Auskunft und bei der Strukturierung Ihres Projekts „Weiterbildung 2020/2021 – In Zeiten von und nach Corona“ wertvolle Empfehlungen geben.

Buch “Unternehmenskrisen meistern” als Teil des Anti-Krisen-Pakets

Die Publikation des Buchs ist ein zweiter Teil unserer Anti-Krisen-Maßnahmen. Damit wollen wir auf den Krisenmanagement-Teil unseres Know-hows aufmerksam machen, der üblicherweise nicht so stark im Fokus der Öffentlichkeit steht. Sondersituationen, das Unbekannte anpacken zu können, Lösungen zu finden, das ist die ureigene Domäne guter Projektführung so wie wir es verstehen. Unser Ansatz hat schon mehrere Male gute Wirkung getan, um einen Ausweg aus schwierigen Situationen zu finden. Das wird er wieder tun. Darauf setzen wir für uns selbst genauso wie in den Projekten für unsere Kunden.

Wobei die Veröffentlichung des Anti-Krisen-Buchs den schönen Effekt mit sich bringt, dass wir damit dieses Know-how für kleines Geld in der Breite verfügbar machen können. Je mehr Unternehmen gut durch das Tal der Tränen kommen, desto besser für uns alle. Am Ende geht es darum, in Kooperation möglichst viele Firmen am Leben, oder noch besser: gut im Geschäft zu halten, damit die Wirtschaft nicht in Summe zusammenbricht.

In diesem Gedanken, Know-how breit verfügbar zu machen, ist auch die Video-Podcast-Serie zur Krisenbewältigung mit CastX entstanden. Die ersten Folgenn sind inzwischen bei Youtube zu finden.

CastX ist ein befreundetes Unternehmen, das unter anderem anspruchsvolle Veranstaltungen mit bekannten Künstlern und für Firmen realisiert. In den Auftragsbüchern von Veranstaltungsfirmen steht aktuell eine Null: kein Umsatz, nichts. In kurzen Gesprächsrunden entwickeln wir für diese Branche Ansätze, um wieder auf die Beine zu kommen. Sprechen Sie uns an, falls Sie eine Einladung wollen. Die Kollegen sind offen für weitere Gesprächspartner, die Gedanken mit Sicherheit auch nützlich für andere, weniger gebeutelte Branchen.

Da es aktuell mehr als üblich darum geht, schnell und gezielt anzupacken, haben wir über dieses kostenlose Podcast-Angebot hinaus weitere neue, kompakte Formate entwickelt, die kurzfristig verfügbar sind und ganz gezielt in der aktuellen Situation Nutzen stiften. Dazu gehören beispielsweise Online-Trainings zum Buch, etwa um systematisch neue Einnahmequellen zu erschließen, den anstehenden Aufgaben Struktur zu geben oder Risiken Zug um Zug zu minimieren. Diese Angebote sind bereits seit Mitte April verfügbar.

Wobei wir davon ausgehen, dass diese Online-Trainings nicht nur aktuell auf einen Bedarf treffen, sondern längerfristig wichtig sein werden, weil es nach dem Sturm nötig sein wird, aufzuräumen. Struktur hilft, blinden Aktionismus zu vermeiden, was bares Geld, Zeit und Nerven spart. Ganz abgesehen davon, dass Struktur dazu noch hilft, den angestrebten Nutzen schneller einzufahren.

Kundenbedarfe vor internen Aufgaben

„Zuerst die Kunden und deren Bedarfe!“ war unsere Devise bei all unseren Aktivitäten. Wir wollen da sein, wo Bedarfe sind, um durch unser Know-how zu helfen. Das hilft dann auch uns. Wir sind überzeugt davon, dass wir dort engagiert werden, wo wir konkreten Nutzen stiften. Diese einfache Logik ist es, die sich bisher immer wieder bewährt hat. Deshalb haben wir bisher auf Urlaubsabbau, Kurzarbeit und Fördergelder verzichtet, um die volle Energie auf diese Kundenbedarfe richten zu können und nicht in der Kurzarbeitsfalle zu landen.

Trotzdem haben wir die anderen Baustellen des Krisenmanagements nicht vergessen. So sind wir vorbereitet darauf, etwa Kurzarbeit, die Beantragung von Staatshilfen oder Abbau von Urlaub anzupacken, sollten unsere Maßnahmen nicht schnell genug greifen. Denn eines ist uns bewusst: eine Garantie, dass wir gut durch die Krise kommen, gibt es nicht. Die gibt es für niemanden. Da braucht es unsere ganze Energie und all unsere Kreativität, plus das nötige Quäntchen Glück. Und eine strukturierte Vorgehensweise, die ein klares Ziel hat und unterwegs anpassungsfähig bleibt. Womit wir wieder bei den eingangs erwähnten Szenarien sind, die uns helfen, das Delta, den Unterschied zwischen unserem Plan und der Realität so rechtzeitig zu erkennen, dass wir gegensteuern können.

Am Ende des Jahres, so unser Anspruch, wollen wir dann mit Stolz darauf blicken können, mindestens 100 Unternehmen geholfen zu haben, souverän durch die Krise zu kommen. Bisher sind wir optimistisch für dieses Ziel und für uns. Drücken Sie uns die Daumen, dass das so bleibt! Wir drücken zurück.

Alles Gute!

Ihr
Holger Zimmermann
Inhaber & Geschäftsführer Projektmensch

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