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Alles neu? New Work alt gedacht – Mittelstandsfrühstück

Bedeutet das Attribut „Neu“ im Namen zwangsläufig, dass Altbewährtes keine Daseinsberechtigung mehr hat und alte Zöpfe gnadenlos abgeschnitten werden müssen? Wenn es um den Trend „New Work“ als Konzept für künftige Arbeitsmodelle geht, könnte man dies zunächst unterstellen. Constantin Wizemann sieht das anders.

„Für mich ist die Vergangenheit ebenso wichtig wie die Zukunft,” sagt der Gründer des wizemann.space und Geschäftsführer des Wizemann Areals in Stuttgart. Im Impulsvortrag zeigt er auf, warum dies keinen Widerspruch darstellt und warum für ihn eine optimale Kombination aus beiden Welten im Fokus steht.

Referent: Constantin Wizemann, Geschäftsführer Wizemann Areal, Stuttgart

„Eigentlich kann ich den Begriff „New Work“ ja schon gar nicht mehr hören, weil er viel zu überfrachtet ist“. Dieses Statement lässt die Zuhörer vergangenen Mittwoch, im #projektraum42 beim Mittelstandsfrühstück, erst einmal aufhorchen. Sollte es nicht genau darum gehen, beim Vortrag von Constantin Wizemann?

Der Gründer des wizemann.space und Geschäftsführer des Wizemann Areals
hat in Stuttgart einen Raum geschaffen, wo die Transformation vom Industriestandort hin zu einem kreativen Hub gelungen ist und genau das passiert: Neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit entstehen.

Schnell wird den Teilnehmern auch klar, in welche Richtung er will: Weg vom Modewort hin zum Verständnis dafür, dass sich die Arbeitswelt in den letzten Jahrzenten rasant gewandelt hat und unterschiedliche Phasen durchlief. So haben sich schon immer neue Formen der Zusammenarbeit entwickelt. Stand zunächst noch die Ernährung und später dann die Industrialisierung im Fokus, so ist unsere heutige Arbeitswelt stark durch den Wunsch nach Eigengestaltung und Selbstverwirklichung geprägt. Gerade heute, werden die klassische Arbeitsvorstellung zudem durch Digitalisierung und Globalisierung stark hinterfragt. „Sobald ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung auf den Markt kommt, wird die bestehende Industrie gestört oder sogar zerstört“, so Wizemann. „Disruption entsteht und damit neue Märkte. Vor 15 Jahren hätte ich auch noch nicht gedacht, dass ich meine Kleidung jetzt größtenteils über das Internet kaufe.“

Wie kommt hier nun das Wizemann Areal ins Spiel? „Wir standen vor ein paar Jahren vor der Herausforderung, was wir mit dem Gelände machen, das mein Großvater 1923 gegründet hat“, erklärt Wizemann. Bis in die 90er Jahre wurden auf dem Gelände Motorenteile für die Automobilindustrie produziert. Schnell war klar, dass der Bau einer neuen Gießerei nicht zur Debatte stand. Was aber anfangen, mit rund 20.000 qm? „Wir haben uns die Frage gestellt, was es damals gebraucht hat, um erfolgreich zu sein. Welche Werte waren wichtig und gelten diese auch noch heute?“, erläutert Wizemann.

Die Antwort ist für ihn eindeutig: Werte wie Vertrauen, Verbindlichkeit, Qualität oder Wertschätzung haben nach wie vor Bestand. „Werte geben eine Richtung vor. Sie bilden die Leitplanken für das, was man tut“, so Wizemanns Sicht. Und genau sie waren Vorbild, für die Entstehung des heutigen Areals. „Unternehmerischer Wille, ein Risiko einzugehen, innovativer Drang, Neues entwickeln zu wollen, einfach etwas gut zu machen und dabei verbindlich zu sein gegenüber Menschen, um Vertrauen zu schaffen, das sind nach wie vor unsere Eckpfeiler“, führt Wizemann seine Gedanken weiter aus.

Heute bietet das Areal unterschiedlichen Welten und Unternehmen eine Heimat und es findet hier genau die Kombination zusammen, die Neues schafft und ausprobiert: Analog trifft digital, interaktiv entstehen Innovationen, Kultur begegnet Wirtschaft, Veränderung wird erlebbar.

„Wir wollten nicht nur Vermieter sein, das entspricht nicht unserer Denkweise“, sagt Wizemann. „Aber Menschen in Zeiten der Veränderung einen Platz zu geben, sie auch hin und wieder aus ihrer Komfortzone herauszuholen, Raum zu bieten um über den Tellerrand hinauszuschauen und einen Perspektivenwechsel zu ermöglichen, das ist unser Anspruch“.  

Und so trifft auf dem Areal der Daimler Mitarbeiter im Anzug beim Mittagessen auf den Urban Gardening Spezialisten. Klingt ungewöhnlich? Funktioniert nach anfänglicher Skepsis aber großartig. Und der Daimler Mitarbeiter, der sich schon lange sozial engagieren wollte, geht abends endlich mit einer passenden Idee nach Hause.

Wie sieht die Zukunft aus? „Wirtschaftlichkeit spielt natürlich auch bei uns eine Rolle“, so Wizemann „aber nicht bis auf die letzte Stelle hinter dem Komma. Wir stellen immer den Menschen in den Fokus, wollen nachhaltig agieren, wollen Ideen- und Impulsgeber sein, und das gerne über die Landesgrenzen hinaus.“

Wer sich nun für einen Platz auf dem Wizemann Areal interessiert, hat hierfür mehrere Möglichkeiten: Angefangen von einem Platz im Co-Working Space, der tageweise gemietet werden kann bis hin zu Büroräumen, die über mehrere Monate vergeben werden. Und wer weiß, wen Sie dann beim Mittagessen dort treffen. 

Das Mittelstandsfrühstück ist eine regelmäßige Veranstaltungsreihe von Projektmensch. Aktuelle Themen und spannende Referenten bringen im #projektraum42 alle 2 Monate interessierte Menschen zum Austausch zusammen. So entstehen gute Gespräche, angeregte Diskussionen und spannende neue Kontakte.
Das nächste Mittelstandsfrühstück findet statt am 18. September von 8:30 – 10:30 Uhr im #projektraum42, Bahnhofplatz 1, Horb. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung über www.projektmensch.com oder via mail dialog@projektmensch.com.